Vitiligo-Vortrag am 10.07.2008 von Dr. Shimshoni
Der
Fachvortrag über Vitiligo von Dr. Shimshoni wurde so stark besucht, dass
die aufgestellten Stühle nicht ausreichten und ständig neue Stuhlreihen
hinzu gestellt werden mussten.
Die große Anzahl der
interessierten Zuhörer von 120 Menschen zeigte deutlich, dass ein großes
Informationsdefizit über die Weißfleckenkrankheit besteht.
Dr. Shimshoni referierte sehr
anschaulich über die bisherigen Behandlungsformen und schulmedizinischen
Kenntnisse. In der Entwicklung wurde deutlich, dass schon einiges gegen die
Flecken gemacht werden kann. Wichtig ist dem Behandlungskonzept des
Fachkrankenhauses für Dermatologie Schloss Friedensburg nach der ganzheitliche Aspekt. Die Flecken auf der Haut
zeigen nur, dass eine Krankheit / Fehlfunktion vorhanden ist. Die Krankheit
muss unbedingt zuerst behandelt werden. Hierzu werden
im Fachkrankenhaus eine Vielzahl von gründlichen Untersuchungen
vorgenommen. Das Behandlungskonzept wird individuell auf den Patienten
abgestimmt. Erst dann wird die Haut behandelt. Der Erfolg spricht für sich!
Auch auf diesem Weg möchte ich
mich noch einmal im Namen der Selbsthilfegruppe Braunschweig bei Dr.
Shimshoni bedanken.
Weitere Informationen erhalten Sie
unter:
http://www.schloss-friedensburg.de
Vitiligo-Vortrag am 20.05.2009 von Frau Prof. Schallreuter
Auf sehr großes Interesse stieß der Vortrag von Frau Professor
Dr. med. Karin U. Schallreuter am Samstag, dem
20. Mai 2009, im Pentahotel in Braunschweig. Der
Vorstand des Deutschen Vitiligo-Bund e.V. und der Initiator des Vortrags,
Stefan Richter, der auch die Vitiligo-Selbsthilfegruppe für den Raum
Braunschweig leitet, begrüßten fast 100 Gäste, die aus dem ganzen
Bundesgebiet angereist waren. Frau Prof. Schallreuter
war in Begleitung von Herrn Dr. Christian Krüger, der kurz vor dem
Abschluss seiner Doktorarbeit stand.
Zunächst ging Frau
Prof. Schallreuter allgemein auf den Status der
Krankheit Vitiligo ein. Vitiligo ist eine von der WHO anerkannte
Hauterkrankung, deren Ursache nach wie vor unbekannt ist. Diese Krankheit
betrifft Frauen und Männer aller Rassen gleichermaßen. Die Krankheit kann
in jedem Alter ausbrechen, und etwa 30% der Patienten haben ein weiteres
Familienmitglied mit Vitiligo. Noch nicht bestätigte Auslöser können u.a.
Hormonumstellungen oder Traumata sein.
Frau Prof. Schallreuter klärte das
Publikum über die verschiedenen Klassifizierungen bzw. die
Ausbreitungsarten der Vitiligo auf. Der Verlauf ist bei jedem Patienten
verschieden, und mögliche assoziierte Autoimmunerkrankungen, z.B. der
Schilddrüse, sollten immer untersucht werden. Frau Prof. Schallreuters Behandlungs- und Forschungsansatz basiert
auf der Tatsache, dass die Haut von Vitiligo-Patienten eine höhere
Konzentration des Stoffwechselprodukts Wasserstoffperoxid in der Epidermis
aufweist als die Haut Nichtbetroffener. Diese Erkenntnisse wurden durch ein
spezielles, von Frau Prof. Schallreuter
entwickeltes Messgerät festgestellt. Ihre Forschungsarbeiten führten u.a.
zu dem Ergebnis, dass das in der Haut normalerweise befindliche,
körpereigene Enzym ‚Katalase‘ bei Vitiligo-Betroffenen eine viel niedrigere
oder sogar völlig fehlende Aktivität aufweist als bei Nichtbetroffenen. Die
Katalase sorgt im Normalfall für die Aufspaltung des Wasserstoffperoxids in
den Hautzellen zu Wasser und Luft. Der hohe Wasserstoffperoxidgehalt
jedoch bremst die Melanin-Produktion der Pigmentzellen (Melanozyten),
oder zerstört sie ganz. Dies führt, teilweise mit gleichzeitigem Juckreiz,
zu dem Verlust der Pigmente. Ziel der Arbeit von Frau Prof. Schallreuter und ihrem Team ist, den erhöhten Wasserstoffperoxidgehalt in der Haut zu reduzieren, um
damit die Ausbreitung der Vitiligo einzudämmen. Dies wird u.a. durch das
Auftragen einer von Frau Prof. Schallreuter eigens entwickelten
und katalaseähnlichen Creme („Pseudokatalase
PC-KUS“) erreicht. Gleichzeitig muss der Patient regelmäßige sehr kurze
Bestrahlungsdosen mit UVB 311nm-Schmalband-Strahlen durchführen. Die
Kombination beider Behandlungen führt häufig zu einer Stagnation der
Ausbreitung und zu einer Repigmentierung der weißen Hautareale. Diese
Therapie lässt sich mit Kuraufenthalten am Toten Meer sehr gut kombinieren.
Frau Prof. Schallreuter berichtete über ihre
regelmäßigen Aufenthalte mit großen Patientengruppen in Jordanien. Anhand
von Vorher/Nachher-Bildern wurden dem Publikum verschiedene
Behandlungsverläufe bei einzelnen Betroffenen gezeigt.
Dr. Christian Krüger ging anschließend auf die psychischen
Auswirkungen der Krankheit auf Vitiligo-Patienten ein. Er berichtete über
Studien und Literaturquellen, die auf die Stigmatisierung in der
Gesellschaft hinweisen, und er unterstrich die starke Verbesserung des Lebensgefühls
und damit der Lebensqualität der Patienten bei Repigmentierungen,
z.B. im Rahmen der unterschiedlichen Therapien oder Aufenthalten am Toten
Meer. Dr. Krüger stellte u.a. seine Ergebnisse über eine im Jahre 2009
durchgeführte Studie vor, die er mit Frau Prof. Schallreuter
und vielen Patienten während eines Kuraufenthalts am Toten Meer
durchführte. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Lebensqualität der
Patienten in den Wochen ihres Aufenthalts sowohl durch die Repigmentierungen als auch durch den Kontakt mit
anderen Betroffenen wesentlich verbesserte.
Zum Schluss ging Frau Prof. Schallreuter
auf alle Therapieformen ein, die bei der Vitiligo-Behandlung je angewandt
wurden, u.a. auf die verschiedenen Bestrahlungsarten, Cremes und
Transplantationen.
Das Therapieprogramm von Frau Prof. Schallreuter
muss in den meisten Fällen privat bezahlt werden.
Frau Prof. Schallreuter forscht u.a.
für das Institut für Pigmentationsstörungen e.V. in Greifswald und arbeitet
aktiv daran, einen Weg zu finden, die Ursachen der Vitiligo zu ergründen
bzw. ihre Therapie weiter zu verbessern.
Auch auf diesem Weg möchte ich
mich noch einmal ganz herzlich bei Frau Prof. Schallreuter
für diesen hervorragenden Vortrag bedanken.
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