
VITILIGO-Leitlinie
Neue Vitiligo-Leitlinie
Das Wichtigste im Überblick
1. Die aktualisierte S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Vitiligo empfiehlt erstmals die Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei nichtsegmentaler Vitiligo (NSV) mit Gesichtsbeteiligung für Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren als klare Erstlinientherapie.
2. Es werden sehr viel genauer die Typen der Vitiligo unterschieden, da sich Prognose und Behandlungswege zwischen der häufigeren, systemisch bedingten nichtsegmentalen Vitiligo (NSV) und der selteneren, meist einseitigen segmentalen Vitiligo (SV) deutlich unterscheiden.
3. Die psychosoziale Krankheitslast und Stigmatisierung werden jetzt stärker gewichtet - Psyche und Lebensqualität rücken also mehr in den Mittelpunkt. So rät die Leitlinie zu einem initialen Screening auf psychische Begleiterkrankungen (wie Ängste oder Depressionen) mithilfe kurzer Fragebögen.
4. Da Vitiligo oft mit anderen Autoimmunerkrankungen (insbesondere der Hashimoto-Thyreoiditis) einhergeht, wird eine standardisierte Basislaboruntersuchung (u. a. TSH-Wert) empfohlen. Damit sollen Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) umfassend erfasst werden.
5. Eindeutige Checklisten und Bewertungssysteme (wie der Vitiligo Area Scoring Index (VASI) für den Pigmentierungsgrad) helfen bei der objektiven Beurteilung des Krankheitsverlaufs und sind Grundlage für die Therapie.
Mit der neuen S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Vitiligo wird einen höhere Versordnungssicherheit gewährleistet, wird ein ganzheitlicher Ansatz und eine bessere Patientenkommunikation umgesetzt. Für die weltweite Vitiligo-Community ist die neue Leitlinie ein wichtiger Schritt.
An der neuen Leitlinie haben verschiedene Fachgesellschaften, Ärztinnen und Ärzte mitgewirkt. Die Patientenorganisation Deutscher Vitiligo-Bund e.V. war mit dem 1. Vorsitzender Georg Pliszewski als Mitglied in der Leitlinienkommission aktiv vertreten.
Die Langfassung der Leitlinie kann hier heruntergeladen werden:
